De Cliärrwer Kanton 1997-3
Léon Braconnier

Ein herzliches Dankeschön

Gegen Ende des Jahrtausends wächst auf dem blauen Planeten schier unaufhaltsam die Zahl der Zuschauer, die der Akteure aber schrumpft dramatisch zusammen. Man läßt sich unterhalten. Wesentlichen Anteil an dieser bedenklichen Evolution trägt die multimediale Presse. Millionen tumbe Zuschauer halten darauf, sich tagtäglich von peinlichen Diskussionsrunden und stupiden Sensationsreportagen in Richtung totale Verblödung manövrieren zu lassen; das schräge Geheul auf sogenannten Musikkanälen würde sogar als Direktübertragung von der Müllabfuhr durchfallen. Immer höhere Gipfel der Geschmacklosigkeit werden erstürmt. Ein Magazinchen scheute sich sogar nicht, seinen « Leserinnen » und « Lesern » die Mode zu zeigen, die Prinzessin Diana diesen Winter getragen hätte.

Erschreckend allemal: die Bereitschaft zur Gewalt nimmt zu. Was sich in vielen Schulhöfen, Schulbussen und Klassen abspielt, gehört ohne Zweifel in den Bereich Kriminalität. Subtiler: in vielen Betrieben werden Mitarbeiter durch sogenanntes « Mobbing » in Verzweiflung und Depression gejagt. Und manchmal in den Tod.

Ganze Bereiche, wie etwa der Sport, sind durch eine beispiellose Vermarktung zum wahrscheinlich letzten Marathon angetreten. Natürlich mit dem trendigen Schuhwerk.

Die kulturelle Szene läßt sich ebenfalls mehr und mehr vom Kommerz zersetzen. Wenn das Aussehen stimmt, stampft das dicke Portemonnaie Karrieren und Zukunft sogar aus dem kleinsten Talent.

Während Qualität und Niveau im Schlußverkauf verramscht werden, ist, wie man sieht, alles Mittelmäßige sehr gefragt und braucht erst gar nicht reduziert zu werden.

Eines bewegt die Verantwortlichen des Cliärrwer Kanton natürlich in verstärktem Maße. das anhaltende Wegdriften der Nordspitze in Richtung Stiefkind der Nation. Auch hier ist die Zahl der schweigenden Zuschauer beachtlich.

So haben unsere Zeilen über den geplanten Abbau der Sicherheitskräfte im Ösling manche Reaktion provoziert. Aber es reicht eben nicht, wenn unser Artikel « 200 Jahre und hoffentlich nicht das Ende… » für Aufsehen sorgt. Zumindest dann nicht, wenn die Pläne, die zu einer nochmaligen, dramatischen Verschlechterung der Sicherheit an der Nordspitze führen, gerade mal einige kosmetische Korrekturen erfahren.

Es reicht auch nicht, wenn unsere Vereinigung ermutigt wird, sich auf dem sozio-ökonomischen oder kulturellen Parkett noch aktiver zu betätigen, und es beim freundlichen Schulterklopfen bleibt.

Und dennoch : das Interkommunale Gemeindesyndikat des Kantons Clerf hat unserer Sondernummer « l’ Abbaye de Clervaux » eine willkommene finanzielle Unterstützung gewährt. Unser Projekt « Les Journées du Chant Grégorien » hat einen unerwartet großen Publikumserfolg gekannt. Ihre Königlichen Hoheiten Großherzog Jean und Großherzogin Josephine-Charlotte sowie EU-Kommissionspräsident Jacques Santer haben uns mit Ihrem Besuch eine sehr große Ehre erwiesen. Die Zusammenarbeit mit der Abtei hat vielleicht einige Grenzen geöffnet. Dafür, und für die vielen Ermutigungen unserer Abonnenten und Freunde möchten wir uns am Jahresende recht herzlich bedanken. Es hat gut getan.