André Bauler
Zeit der Besinnung, Zeit des Handelns
Schon wieder geht ein Jahr zu Ende. Die Zeit vergeht in raschem Tempo. Und die Welt verändert sich derart, dass einem manchmal Angst und Bange wird. Nun gut, wir werden wohl kaum an der zügig fortschreitenden Digitalisierung, ihren Konsequenzen für unser alltägliches Leben und an anderen Herausforderungen vorbeikommen. Vielen Menschen geht dies aber zu schnell. Vor allem die ältere Generation leidet an den ständigen Veränderungen und droht den Anschluss an die heutige Gesellschaft zu verlieren.
Der tiefe Sinn des Weihnachtsfestes
In einigen Tagen feiern wir erneut das hohe Weihnachtsfest. Eigentlich ein klassisches Familienfest, bei dem die Vorfreude die schönste Freude ist. Leider ist Weihnachten zu einem Fest des Konsums geworden. Da bleibt wenig Platz für Besinnliches. Weihnachten darf aber nicht nur eine rauschende Feier sein. Es sollte auch die Gelegenheit bieten, einige Momente innezuhalten, um über den tieferen Sinn unseres Lebens nachzudenken. Wer sind wir eigentlich? Wo kommen wir her? Wo gehen wir eines Tages hin? Christen glauben, dass mit dem Kind, das in Bethlehem zur Welt kam, Gott selbst zu uns gekommen und Mensch geworden ist. Er hat also unsere Gestalt angenommen, um selbst zu sein, wie wir sind.
Geboren werden, leben und sterben. All dies gehört zu unserem menschlichen Dasein. Auch dieses Jahr haben wir wieder einige unserer treuen Mitglieder für immer verabschieden müssen. Unter ihnen auch ein langjähriger und fleißiger Autor. Solche Verluste tun sehr weh. Denn jeder Mensch ist einzigartig und kann nicht einfach ersetzt werden. Da wir nicht wissen, wo wir eines Tages hingehen, sollten wir so leben, dass wir Erfüllung finden, in dem, was wir tun, in unserem konkreten Handeln also, und in dem, was wir zusammen mit anderen bewirken. Dass dies nicht immer so einfach vonstatten geht, ist eine Binsenweisheit. Dennoch: Jeder ist auf jeden angewiesen. Alleine bewegt man nur wenig.
Wenn wir also Weihnachten begehen, sollten wir das Leben feiern und uns an diesem Tag besonders solidarisch mit unseren Mitmenschen fühlen. Gott ist Mensch geworden, er hat unsere Natur angenommen – in der Form eines unschuldigen Kindes, das Licht in die Dunkelheit dieser Welt bringt. Ein schönes Zeichen, das auf bessere Zeiten hoffen lässt.
Eine Region in Bewegung
Blicken wir nun auf 2025 zurück, stellen wir zufrieden fest, dass in unserer Region vieles bewegt werden konnte. Die fünf Gemeinden der Nordspitze sind « on the move » und setzen wichtige Infrastrukturprojekte um. Hier nur einige Beispiele: In Wintger wird ein so genanntes « Bildungshaus » errichtet, ein Mammutprojekt. In Hosingen plant man ein medizinisches Zentrum. In Weiswampach wird weiter auf Touristisches und auf Dienstleistungen unterschiedlicher Art gesetzt. Und in der Gemeinde Clerf, der « Cité de l’Image », soll Kultur großgeschrieben werden. Zudem modernisiert diese Kommune ihre schulischen Infrastrukturen. Auch Troisvierges baut seine Schule aus, um Platz für die Schülerinnen und Schüler der Früherziehung und des ersten Zyklus‘ zu schaffen. Der geplante Ausbau des noch jungen Lyzeums in Clerf kann nun endlich 2026 beginnen, denn Ende dieses Jahres wurde das diesbezügliche Gesetzesprojekt im Parlament einstimmig verabschiedet.
Die Bevölkerungszahl im Kanton steigt weiter. Diese Entwicklung hat aber nicht nur Vorteile, denn die Integration ausländischer Mitbürger ist nicht in allen Fällen ein leichtes Unterfangen. Dennoch muss es gelingen, das Zusammenleben mit wohldurchdachten Initiativen zu fördern und bestmöglich zu gestalten. Sport und Kultur können dazu beitragen und eine Integrationsrolle übernehmen.
Lob dem Cube 521 und der Benediktinerabtei
Apropos Kultur: Dieses Jahr waren die « Dimanches du chant grégorien » wiederum ein großer Erfolg. Es scheint, als suchten mehr und mehr Menschen in dieser schnelllebigen Welt Inseln der Ruhe und der Besinnung. In einem Gespräch mit Michel Jorrot, dem Abt von Clerf, wurde mir klar, dass so manche Menschen Orte und Momente der Spiritualität suchen, auch wenn sie keine treuen Kirchgänger sind. Eine solche Begegnungsstätte bietet die Benediktinerabtei, insbesondere an den Tagen des gregorianischen Gesangs. Wir danken dem Cube 521, dass er sich dieser noblen Aufgabe verschrieben hat und die von uns ins Leben gerufene Tradition mit viel Engagement weiterführt. Ein alljährliches kulturelles Highlight in der Nordspitze. Zum Schluss möchte ich Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie und Freunde wünschen. Möge das neue Jahr 2026 uns, trotz aller Widrigkeiten dieser Zeit, Glück, Gesundheit und Frieden bringen!
