André Bauler

Unser Gesundheits- und Pflegewesen im Mittelpunkt

Von Landärzten und Pflegediensten bis über Altersheime hin zu einem zukünftigen „Nordspidol“:
Wie sehen Gesundheit und Pflege auf dem Lande aus?

Dass Gesundheit und Pflege für jeden Menschen eine Herzensangelegenheit sind, dürfte wohl den meisten Zeitgenossen bewusst sein. Wenn man älter wird, fragt man sich unweigerlich: Wo werde ich meine letzten Lebensjahre unter guten Bedingungen verbringen? Werde ich problemlos einen passenden Platz in einem Seniorenheim finden? Gibt es Angebote für betreutes Wohnen in meinem Kanton? Und wie ist es um die Qualitätder Pflegedienste in meiner Region bestellt?

Natürlich stellen sich auch zahlreiche Gesundheitsfragen, wie zum Beispiel: Gibt es in meinem direkten Umfeld Spezialisten für bestimmte Krankheiten? Wo finde ich einen engagierten Arzt für Allgemeinmedizin, der jederzeit bereit ist, mir zu helfen, wenn es mir schwerfällt, eine sogenannte „Maison médicale“ aufzusuchen? Früher gab es die legendären „Landdokteren“, so wie sie von unserem langjährigen Autor Raymond Schaack beschrieben wurden. Heute drohen diese auszusterben.

Verglichen mit den 1980-Jahren haben sich die Dienstleistungen in Gesundheit und Pflege im Norden des Landes dennoch spürbar verbessert. In verschiedenen Gemeinden sind medizinische Einrichtungen entstanden, die tagsüber in Bereitschaft sind. Auch in Hosingen ist ein „Centre médical“ geplant. Nur abends wird es schwierig, einen Arzt zu finden, der bereit ist, Dienst zu leisten. Im Gegensatz dazu war es früher selbstverständlich, dass Allgemeinärzte im Krankheitsfall Hausbesuche machten. Stattdessen wird man gebeten, eine „Maison médicale“ aufzusuchen oder den Notruf zu wählen. Dies ist wirklich bedauerlich, insbesondere für Familien mit Kindernund für ältere Mitmenschen, die kaum noch mobil sind.

In dieser Spezialnummer, die sich vornehmlich um das Thema der gesundheitlichen Versorgung und Pflege im ländlichen Raum dreht, versuchen wir, ein Profilbild unserer Gegend in diesem Bereich zu zeichnen. Wie ist unsere Region – insbesondere das Nordösling – in Sachen Gesundheit und Pflege heutzutage aufgestellt? Welche spezifischen Dienste werden angeboten? Wo findet man geeignete Spezialisten? Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen den „Centres médicaux“ und verschiedenen Spitälern aus? Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Gibt es Engpässe, was die Verfügbarkeit von Zimmern in den Altersheimen anbelangt? Wie lässt sich der oft überfüllte Notdienst in den beiden Nordkliniken verbessern? Dies sind nur einige Fragen, die in dieser Sondernummer aufgeworfen werden. Und auf die wir eine Antwort zu geben versuchen – mittels Statistiken, Analysen und Meinungen.

Wir wollen also mit dieser Ausgabe unserer Zeitschrift einen sinnvollen Beitrag leisten, um die zukünftige Debatte in den Bereichen der Gesundheitsversorgung und Pflege zu beleben. Denn angesichts der demografischen Entwicklung stellt sich schlussendlich auch die Frage nach dem Bau eines neuen Nordspitals, das eigentlich heute schon geplant werden müsste, um ähnlich aufgestellt zu sein, wie die Krankenhäuser in der Hauptstadt und in Esch/Alzette („Südspidol“).

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre, danken unseren Autoren für ihre wertvollen Beiträge und hoffen, liebe Leserinnen und Leser, dass einige Ihrer persönlichen Fragen hiermit beantwortet werden.