De Cliärrwer Kanton 1999-2
Jean Jaans

Notizen zu unserer Generalversammlung vom 23. April 1999

Aus der mehr oder weniger langen Reihe eher dünnbesuchter Generalversammlungen stach unsere diesjährige « Assemblée générale » jedenfalls angenehm hervor: Im Clerfer Kulturzentrum waren mehrere Ränge besetzt, und auch die politische Prominenz hatte (vermutlich angesichts herannahender Parlamentswahlen) darauf gehalten, Vorstand und Mitglieder unserer Vereinigung zur zwanzigsten Jahresversammlung mit ihrer Gegenwart zu beehren. Dem eher eintönigen Ritualcharakter derartiger Zusammenkünfte wurde damit einiges weggenommen und für die Verantwortlichen von « De Cliärrwer Kanton » bedeutet das zugleich Anerkennung und Ansporn für die künftige Arbeit.

In seiner Eröffnungsansprache konnte Präsident Léon Braconnier eine Reihe von Ehrengästen begrüßen, unter ihnen Ministerin Marie-Josée Jacobs, die Abgeordneten Agny Durdu, Nicolas Loes und Marco Schank sowie mehrere Bürgermeister und Gemeindevertreter aus dem Kanton: wir erwähnen u.a. den Bürgermeister von Munshausen, Emile Eicher, zugleich Präsident des SICLER, seinen Clerfer Amtskollegen Aloyse Nosbusch und den Bürgermeister der Gemeinde Heinerscheid, Camille Eilenbecker; Kulturbetreuer Luc Braconnier und Christian Ries, Verantwortlicher der Leader-Gruppe Clerf-Vianden.

Zwanzig Jahre « De Cliärrwer Kanton » waren für Léon Braconnier Anlaß zu « akademischer » Analyse von Geleistetem und Ausblick auf künftige Aufgaben.

Zwei Gefühle stellen sich bei dieser Gelegenheit ein und sie lassen sich in freudiger Genugtuung und unausweichlicher Trauer zusammenfassen. Freude vor allem über Erreichtes, Trauer über unbewältigte Probleme. Trauer aber auch, weil gute Freunde aus zwei Jahrzehnten uns für immer verlassen haben: Tony Bourg und René Maertz haben durch ihr hohes Ansehen viel zur Glaubwürdigkeit unserer Vereinigung beigetragen; sie waren in unserer kleinen Mannschaft aktive Mitdenker und sind mit Geschichte und Erfolg des Vereines untrennbar verbunden.

De Cliärrwer Kanton will das Kulturleben fördern. Die Gründer mußten von der unleugbaren Tatsache ausgehen, daß es in einer Region mit bedrohtem Wirtschafts- und Sozialleben ungleich schwerer ist, kulturelle Arbeit zu vollbringen als in anderen Gegenden mit hohem Wohlstand und beachtlichem Honigfließen.

In seinem allerletzten Leitartikel

äußerte Rene Maertz die Meinung, « eine Belebung des kulturellen Lebens ohne wirtschaftliche Wiederbelebung dürfte nur als Galgenhumor angesehen werden ».

Zu Beginn der achtziger Jahre war die Bevölkerung im Kanton Clerf auf den Stand von 1830 zurückgegangen, und zwar auf 9500 Einwohner. Ein Niedergang ohne Beispiel kündigte sich an. Der Redner betonte, daß es in jenen Jahren noch kein Gemeindesyndikat gab, weshalb « De Cliärrwer Kanton » die Rolle eines Kantonalsprechers übernahm, als eine Art Gewerkschaft, und es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, daß diese selbstgewählte Aufgabe nicht schlecht erfüllt wurde. Zusammen mit den Gemeinden – und hier muß an Tatkraft und Einsatz von Michel Wehrhausen erinnert werden – und zusammen auch mit den Norddeputierten kam damals eine Entwicklung zustande, die hoffentlich nicht mehr abbrechen wird: Unvermittelt war ein Gefühl von Zusammengehörigkeit zu verspüren und man stellte sich resolut dem schleichenden Niedergang entgegen, der bislang nahezu fatal hingenommen worden war. Léon Braconnier erinnerte hier an die Zusammenkunft in Hosingen, bei welcher Gelegenheit die Bürgermeister und Abgeordneten des Kantons gemeinsam mit den DCK-Verantwortlichen eine Entschliessung unterschrieben.

Zu erinnern ist auch an den sechzehnten März 1984, als die gesamte Regierung nach Clerf kam, um über die Probleme an der Nordspitze zu beraten, ein ganz sicher einmaliges Ereignis in der Landesgeschichte. Erinnert muß auch werden an die Zusammenkünfte und Besprechungen mit den Herren Pierre Werner und Jacques Santer, an zwei gründliche Studien zu Lage und Problematik im Kanton, an zahlreiche Briefe und an gründliche Beiträge im « Luxemburger Wort ». Damals galt es nicht allgemein als « normal », daß eine kulturelle Vereinigung ohne Gewinnzweck sich mit sozialen und wirtschaftlichen Themen befaßte, damals war es auch relativ neu, daß einfache Bürger sich zu derartigen Fragen in der Öffentlichkeit zu Wort meldeten.

Heute hat das Gemeindesyndikat SICLER (Syndicat Intercommunal pour la promotion du Canton de Clervaux) die Rolle einer repräsentativen Kantonalvertretung übernommen. Die wirtschaftliche Lage hat sich verbessert, regionale Industriezonen sind mit staatlicher Unterstützung entstanden und brachten Erfolge, das Straßennetz wurde verbessert, die Nordstraße ist im Bau, auf manchen Ebenen wurden Infrastrukturen verbessert. Die Bevölkerung im Kanton hat zugenommen, auch wenn diese Feststellung nicht für jedes Dorf gilt. All dies soll aber nicht bedeuten, daß « De Cliärrwer Kanton » restlos glücklich ist und keine konstruktive Kritik mehr zu formulieren hat. Mit Genugtuung kann man aber feststellen, daß unsere Aktion

wesentlich zum Bau der Nordstraße

beigetragen hat und daß nunmehr endlich an einem neuen Luxemburg gebaut wird. Endlich wächst Luxemburg zusammen – unsere Spezialnummer zum Problem Nordstraße hat ohne Zweifel zum Entscheidungsprozess beigetragen, und es ist anzunehmen und zu hoffen, daß die Diskussionen zur (mangelhaften) Sicherheit im Nordkanton unter reger Beteiligung unserer Vereinigung konkrete Ergebnisse brachten.

Bekannt höflich, zugleich aber auch energisch und deutlich versicherte der Präsident sodann: « Mir wärten eis ëmmer dann zu Wuert melden, wann d’Situatioun et verlaangt. Eist Ziel wärt bleiwen, fir Chancegläichheet a gläichwerteg Liewensbedingungen am Lëtzebuerger Land anzetrieden. »

Freude also über das Erreichte. Zugleich aber auch Trauer, weil unser Einsatz nicht immer richtig verstanden wird. So waren wir beispielsweise überrascht, als ein Minister vor einiger Zeit öffentlich behauptete, die DCK-Artikel seien « frech ». Bislang war es in Luxemburg noch immer erlaubt, seine Meinung zu sagen. Wenn diese Meinung nicht jedermann gefällt, ist es nicht gerade fair, sie als « frech » zu bezeichnen. Es ist verständlich, daß unsere Artikelbeiträge über die künftigen Folgen der Gendarmerie-Polizei-Fusion manchen Politikern nicht gerade große Freude bereiteten.

Nun ist es aber so, daß unser Verein die Interessen der Region verteidigt, weshalb das Wort « frech » nicht besonders glücklich gewählt war. Ist es frech, wenn jemand sich für die Interessen des Öslings einsetzt? Ist es frech, wenn wir uns über Entscheidungen beschweren, so viele nationale Zentren am Südrand des Landes zu schaffen? Ist es frech, wenn jemand kein Verständnis dafür aufbringt, daß das Rehazentrum unbedingt auf verseuchtem Gelände an der Südgrenze errichtet werden muß?

Der Redner ist der Auffassung, die Forderungen von « De Cliärrwer Kanton » seien nicht « frecher » als die Aussagen von Parteien an ihre politischen Gegner zuweilen sind. Und auch nicht « frecher » als das, was die Gewerkschaftsvertreter am ersten Mai vorbringen. Sie berühren nämlich Angst und Hoffnungen zahlreicher Mitbürger. Es wäre schäbig, wenn versucht würde, denjenigen, die legitime Forderungen öffentlich verteidigen, Angst einzuflößen. Es muß noch erlaubt sein, seine Kritik zu äußern. Auch einem Öslinger, und sogar, wenn diese Kritik sich an einen Minister richtet.

Dem Ösling wurde in der Vergangenheit nicht viel geschenkt und auch nach zwanzig Jahren DCK-Präsenz bleibt die Frage, wie es mit der Nordspitze weitergehen soll. Der Präsident hat persönlich immer noch den Eindruck, daß in unserer Region auch weiterhin manches erkämpft werden muß, und daß Fortschritte bei uns etwas länger auf sich warten lassen als unter südlichen Himmeln. Es gibt in Luxemburg keine regionalen Entscheidungsmöglichkeiten, um so wichtiger sind deshalb die Gemeinden und besonders auch die Gemeindesyndikate.

Insbesondere die Syndikate mit mehrfacher Zweckbestimmung

haben eine wichtige Rolle zu übernehmen. Als Beispiel kann das SICLER-Syndikat gelten. Nur durch solidarisches Zusammenstehen hat die Nordspitze ein gewisses Gewicht, nur durch Vermeiden und Unterbinden lokaler Egoismen kann die Region aufblühen.

Der Wahlbezirk Norden ist weiträumig und ist von großen Unterschieden zwischen der sogenannten Nordstadt und kaum bekanntem Dorf geprägt. Das weitgespannte Territorium weist zwar eine niedrige Bevölkerungsdichte auf, stellt anderseits aber 45 Prozent des Luxemburger Landes dar, also fast die Hälfte. Aus diesen 45 Prozent Landesoberfläche stammen gerade mal neun Abgeordnete, ganz sicher eine schwierige Aufgabe für diese Mitbürger, auch aus dem Grunde, weil sie sich auf fünf Parteien verteilen. Der Redner will diesen Punkt jedoch mit einer optimistischen Note abschließen, indem er Freund Emile Eicher, Bürgermeister der Gemeinde Munshausen und SICLER-Präsident, in einer Broschüre des Marnacher Festivals, zitiert: « An der Tëschenzäit ha mir all begraff, dat d’Liäwensqualitéit am ländleche Raum bestännig an d’Luucht geet. Et spiirt een e Strukturwandel a Gemeng a Regioun, dee wi eng Spiral ëmmer mi héi geet. D’Vollek ännert sich durch seng Aktivitéiten, seng Erwaardungen a seng Denkweis. Et komme riicht viran nei Idien op, a meestens van ënnen eroper …. Eng besser Ausbildung, nei Informatiouns- a Kommunikatiounsmiglichkeeten, zousätzlich a mi interessant Aarbichtsplazen han de Läckt an eiser Regioun mi Selbstvertraue giän. »

Diese Worte decken sich zweifellos mit Überlegungen die unsere Vereinigung jahrelang führte. Es genügt keineswegs, passiv abzuwarten, daß « etwas » geschehen soll. An der Nordspitze ist man zur Erkenntnis gelangt, daß regionale Kräfte vieles erreichen können, wenn sie sich gemeinsam zu Wort melden. Der Staat muß freilich auch die Voraussetzungen schaffen, daß Vorstellungsgabe und Kreativität auf regionalem und lokalem Plan zum Tragen kommen. Selbst mit größter Dynamik und Vorstellungskraft können wir das lokale Straßennetz ohne staatliche Hilfe nicht verbessern. Wir können keine Nordstraße im Alleinunternehmen bauen oder die CFL-Nordstrecke zweigleisig ausbauen, wir können die Sicherheitspolitik nicht bestimmen. Wir können erst gar nicht entscheiden, wo die großen nationalen Infrastrukturen geschaffen werden. Ausschließlich durch Dialog mit den Ministerien, durch Zusammenarbeit und viel zitierte Partnerschaft zwischen Ballungszentren und ländlichem Raum kann mehr Gerechtigkeit geschaffen, bessere Chancengleichheit gesichert werden. Jene Zeiten, in welchen die einen sich auf Kosten anderer entwickeln konnten, müssen endgültig vorbei sein. In diesem Zusammenhang scheint es auch in höchstem Grade wünschenswert, daß

die jungen Menschen sich mehr mit Zukunft von Gemeinde und Region

auseinandersetzen, denn es geht schließlich um ihr ureigenes Schicksal in kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Nicht weniger wichtig als soziologisch, wirtschaftlich und politisch relevante Probleme beurteilt « De Cliärrwer Kanton » die Arbeit im Interesse des kulturellen Lebens. Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder die Bedeutung kultureller Werte vor allem auch in unserer Zeit unterstrichen. Kultur und Bildung sind möglicherweise die einzigen Waffen im Kampf gegen die größten Feinde der Menschheit, nämlich Fanatismus und Dummheit.

Nehmen wir das jugoslawische Beispiel: wieviel einfacher wäre die Lage, wenn die Einwohner sich weniger als Mitglieder eines Volkes als vielmehr und ganz einfach als Menschen betrachteten! Gott müßte eigentlich am Ende dieses Jahrtausends die Welt anhalten und sie erst dann wieder weiter drehen lassen, wenn kein Mensch im Erdkreis mehr wegen Rassenzugehörigkeit, Glauben oder Geschlecht leiden muß. Müssen wir am Ende des zweiten Jahrtausends, wo die Welt bekanntlich immer mehr zusammenwächst, wirklich immer noch mehr Moslem, Protestant, Jude oder Katholik sein als Mensch? Müssen wir immer noch zuerst den Stempel Albaner, Serbe oder Luxemburger auf der Stirn tragen? Müssen wir zuerst Mann oder Frau sein?

Im gleichen Gebäude, in welchem die Generalversammlung unserer Vereinigung stattfindet, ist seit einigen Jahren die weltberühmte Ausstellung « Family of Man », die Familie des Menschen, zu sehen. Ein ewiger Traum, von Edward Steichen eindringlich in den fünfziger Jahren formuliert. Wäre es nicht allmählich an der Zeit, aus dem Traum echte Realität wachsen zu lassen?

Die Ausstellung « Family of Man » ist für den Clerfer Kanton eine einmalige Gelegenheit, im Zentrum kulturellen Interesses zu stehen. Und zwar im Zentrum der Suche nach Frieden und Menschlichkeit. Es handelt sich um eine Ausstellung, die in allen Weltstädten großes Echo auslösen würde, und wir könnten schon fast von einem Wunder sprechen, wenn sie tatsächlich im kleinen Clerf zu besichtigen ist. Präsident Braconnier stellte am vergangenen 23. April die kritische Frage nach der systematischen Werbung für diese einmalige Family. Wie steht es mit den Besucherzahlen? Wie wird in Clerf mit Plakaten und Werbetafeln geworben? Ist es nicht in einem bestimmten Sinne traurig und sogar tragisch, wenn am Ausstellungsort im vergangenen Jahr keine einzige Broschüre zu kaufen und kein Poster mehr zu sehen war?

Léon Braconnier formulierte an alle Anwesenden und auch an « De Cliärrwer Kanton » den Aufruf, sich ernsthaft Gedanken über Chancen und Zukunft der Ausstellung zu machen, denn « Family of Man » benötigt dringend Unterstützung und « Animation ». Bei allem Respekt für die Arbeit des nationalen audiovisuellen Zentrums CNA, das effektiv große Arbeit geleistet hat, müßten über Düdelingen hinaus Initiativen vor Ort ergriffen und Entscheidungen in Clerf mitgetragen werden.

Konzerte, Ausstellungen, Literaturabende, Diskussionsrunden unsere Vereinigung hat in langen zwanzig Jahren versucht, durch vielfältige Veranstaltungen zu einer besseren Lebensqualität beizutragen. Als Beispiele führte der Redner die zwei großartigen Requiem-Aufführungen in der Dekanatskirche an, sowie den Liederabend mit Dinah Bryant und Daniel Blumenthal im Rahmen von « Luxemburg Kulturstadt ’95 ». Er verwies ferner auf die großangelegte DCK-Ausstellung « E schéint Stéck Lëtzebuerg », die 1991 immerhin 10000 Zuschauer anlockte und die Reize unserer Region auf einmalige Art und Weise dokumentierte.

Zu erinnern bleibt auch

an die jüngste DCK-lnitiative im Rahmen der « Journées du Chant Grégorien ». Mit dem Wahrzeichen der Abtei hat der gregorianische Gesang in unserer Gegend eine Heimat, und recht zahlreiche Kunstfreunde beweisen bei Konzerten das große Interesse in allen Bevölkerungsschichten. Nachdem die Clerfer Literaturtage ein eher unrühmliches Ende fanden, ist die Vorstellung eines Zentrums für gregorianischen Gesang in Clerf greifbare Möglichkeit geworden. Mit DCK-Stageperioden, Konferenzen und Konzerten ist jedenfalls ein Anfang gemacht. Auch im Monat Oktober 1999 geht die Aktion weiter.

Zu verweisen ist ebenfalls auf unsere traditionellen Gemäldeausstellungen zum Jahresende, bei welchen unsere Vereinigung jeweils bekannte Künstler verpflichten konnte. Zum Jahresende 1999 werden vier bedeutende Luxemburger Maler in Clerf ausstellen: Roger Bertemes, Jean-Marie Biwer, Joseph Grosbusch und Pol Roettgers.

Wenn es außerdem einen Bereich gibt, in dem unsere Vereinigung Lorbeeren verdient hat, ist es ohne Zweifel unsere Zeitschrift, die ebenfalls ihren zwanzigsten Geburtstag begehen kann. Sie war in vielen Jahren Konzentrationspunkt unserer Haupttätigkeit, unsere Wortführerin, das Sprachrohr der Nordspitze; sie war Geschichts- und Geschichtenbuch, sie war ein gediegenes Bilderbuch und ein Buch zum systematischen und gründlichen Nachschlagen, sie wurde ein Stück Ösling. Von der Regierung als Veröffentlichung hohen Niveaus anerkannt und unterstützt, erlebt unsere gediegene Zeitschrift ihr zwanzigjähriges Bestehen und präsentiert sich schön und vielfältig wie eh und je und neuerdings auch noch zum Teil in Farbe. Im Laufe der Jahre wurde viel Interessantes über den Kanton Clerf und seine Ortschaften veröffentlicht, wahrscheinlich bedeutend mehr als über andere Landesteile. In zwanzig Jahren wurden rund 5000 großformatige DCK-Seiten veröffentlicht!

Wir bringen jedes Jahr drei Nummern unserer Zeitschrift, und echt stolz sind wir natürlich über unsere vierte Nummer, die als Sondernummer erscheint und zum größeren Teil farbig illustriert ist. Drei solcher Nummern wurden bisher veröffentlicht:
1996: Ee Land, zwou Welten?, 1997: L’Abbaye de Clervaux, 1998: II était une fois novembre… Sie kannten alle drei einen großen Erfolg – die Abteinummer ist vergriffen und ist auf Wunsch von Pater Abt neugedruckt worden. 1999 ist eine besonders schöne Nummer vorgesehen: Wir wollen unseren Kanton zum Jahrtausende vorstellen unter dem Titel: « De Cliärrwer Kanton, e schéint Stéck Lëtzebuerg ». Das SICLER-Syndikat gewährt uns unerläßliche Unterstützung; ohne diese ansehnliche Hilfe könnten die Spezialnummern nicht erscheinen.

Präsident Léon Braconnier schloß seine vielbeachtete « Rückblick – Ausblick – Ansprache » mit herzlichen Dankesworten an die Vereinsmitglieder, die Gemeindeverwaltungen im Kanton, die Presse, das Kulturministerium, die Regierung, die Verantwortlichen des « Fonds Culturel National », den regionalen « Animateur Culturel » sowie an die Autoren und Photographen der Zeitschrift, die jahraus jahrein bemerkenswerte Arbeit leisten. Denkt man an unsere Zeitschrift, schiebt der Name Lex Jacoby sich automatisch in den Vordergrund. Freund Lex war während langer Zeit Hauptschriftleiter und ermöglichte dem aktuellen Chefredakteur Henri Keup einen guten Start zu seiner eigenen beachtenswerten Leistung. Dank gilt auch der Gemeindeverwaltung von Clerf, die Vereinslokal und andere Infrastrukturen bereitwillig zur Verfügung stellt.

Der Dank des Präsidenten galt auch allen Gönnern und Freunden, die immer treffliche Worte von Ermunterung und Anerkennung fanden. Beispielhaft handeln hier die Mitglieder, die seit Jahren nahezu mehrheitlich als Beitrag ein Ehrenabonnement zahlen. Schließlich gilt der Dank des Präsidenten auch den Vorstandsmitgliedern.

Sechs Mitglieder der ersten Stunde

erlebten eine ebenso überraschende wie nette Ehrung, nämlich Aly Bertemes, Metty Boever, Jean Jaans, Emile Hansen, Aloyse Konen und Aloyse Nosbusch. Sie waren Garanten dafür, daß die Vereinigung nie vom durch die Gründerväter vorgezeichneten Weg abwich. Die Geehrten waren verblüfft und gerührt, als jeder von ihnen eine in Vinologenkreisen als Seltenheit bewertete Flasche « Château de Clervaux 1979, Grand Premier Cru » überreicht bekam, obendrein noch zusätzlich gewürzt und versüßt mit einem Küßchen in Ehren von Madame Netty Braconnier.

In ihrem gründlichen Bericht erläuterte Sekretärin Malou Wagner sodann die vielfältigen DCK-Aktivitäten des Vorjahres:
Das Jahr begann vorteilhaft mit der traditionellen Gemäldeausstellung mit Werken von André Paquet. Mit annähernd 600 Kunstfreunden war die Ausstellung gut besucht.

Am 23. März trug Präsident Braconnier den Tätigkeitsbericht der Leader-Arbeistgruppe für Kultur vor, deren Vorsitz von unserer Vereinigung wahrgenommen wird und die mehrmals im Jahr tagt.

Bei Gelegenheit der Jahresversammlung vom 17. April 1998 wurde die Entschließung zur geplanten Fusion von Gendarmerie und Polizei verabschiedet.

Der Monat Oktober war durch die zweite Auflage der « Journées du Chant Grégorien » gekennzeichnet, die am 9. Oktober mit einem Vortrag von Rev. Père Abbé Jorrot einen verheißungsvollen Auftakt kannte; an den folgenden Sonntagen wurde große Kunst geboten: am 11. Oktober begeisterte die « Chorale Grégorienne Cum Jubilo » von Watou; am 18. Oktober war die Schola der Clerfer Abtei zu erleben und am 25. Oktober erntete die « Schola Gregoriana Vilnensis » aus Litauen verdienten Beifall.

Ungünstige Wetterbedingungen waren keineswegs förderlich, verhinderten den durchschlagenden Erfolg jedoch nicht.

Zusätzlich zu den Konzerten wurde im Vorjahr eine « Gregorianische Stageperiode » in der Abtei angeboten von Samstags 17. bis Montag 19. Oktober, die leider nicht das gleiche Echo wie 1997 weckte. Möglicherweise wurde bereits eine gewisse Sättigung erreicht; wir wollen 1999 jedenfalls versuchen, flexibel zu sein und verlegen die Stageperiode auf die typische Weekendbrücke von Freitag-Sonntag.

Das Jahr 1998 schloß ab mit der Gemäldeausstellung von Norbert Hastert, die ebenfalls guten Erfolg kannte.

Der Vorstand tagte im Vorjahr sechsmal, während das aktive Redaktionsteam an fünf Abenden über Artikeln und Illustrationen brütete…

Unsere Zeitschrift ist immer noch die bedeutendste und bekannteste Aktivität, dies mit drei « gewöhnlichen » Nummern und in rezenter Vergangenheit auch mit einer ansprechenden Sondernummer. Unsere Zeitschrift ist in den vergangenen Jahren bedeutend « farbiger » und aktueller geworden; die Sondernummer « Il était une fois novembre » weckte durch ihre künstlerisch-literarische Aufmachung großen Erfolg.

« De Cliärrwer Kanton » ist nunmehr auch im Internet zu entdecken unter www.dck.lu, und auch für 1999 wartet der Vorstand mit interessanten Veranstaltungen und Initiativen auf.

Der gründliche Finanzbericht von Schatzmeister Aly Bertemes, zur Annahme von den Kassenrevisoren Francis Kler und Paul Zeimes empfohlen, wurde von der Generalversammlung einstimmig gutgeheißen.

Äußerst lebendig war die anschließende freie Diskussion zu aktuellen Themen. Der Heinerscheider Bürgermeister Camille Eilenbecker setzte sich mit guten Argumenten für seine Gemeinde als künftigen Standort des « Lycée technique agricole » ein, bei welchem Unterfangen der Vorstand Schützenhilfe versprach. Weitere Themen waren die im Parlament anstehende Fusion der Ordnungskräfte und die damit zu befürchtende ungenügende Sicherheits-Abdeckung an der Nordspitze, Initiativen zu Beleben und Fördern von « Family of Man » sowie verpaßte bzw. mögliche Chancen bei der Landesplanung.

Der Vorstand unserer Vereinigung setzt sich nach Tätigkeitsbericht und Kontenbereinigung wie folgt zusammen:
Léon Braconnier, Präsident; Malou Wagner, Sekretärin; Aly Bertemes, Kassierer; Mathias Boever, Francis Breyer, Emile Hansen, Netty Hoffmann, Jean Jaans, Henri Keup, Aloyse Kohnen, Victor Kratzenberg, Marcel Lenertz, Aloyse Nosbusch, Jean Reiland, Raymond Wagner und Adrien Wouters, Beisitzende.